Mit Berte Bratt durchs Leben … oder so.

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Vor einiger Zeit schenkte uns ein Leser alte Schätzchen, darunter einige Berte-Bratt-Bücher. Für unseren Bestand viel zu altmodisch und gar nicht mehr aktuell. Also eigentlich für „die Tonne“.

Aaaaber für die Damen der 60er-Jahre Generation ein Grund zum Jubeln. „Oh, weißt du noch? Welches war dein Lieblingsbuch damals?“ „Bleib bei uns Beate“ „Das Leben wird schöner Anne“ „Meine Tochter Liz“ „ Nein, das war: „Meine Träume ziehen nach Süden“ mit den Zwillingen Sonja und Senta Rywig!“

Und dann – kommt man ins Grübeln.

Was haben diese Bücher uns eigentlich gezeigt? Vordergründig ging es um junge moderne Mädchen, denen die Welt offen stand. Mit Fleiß, Köpfchen und viel Herz wurde das angestrebte Ziel (das Abitur, ein Medizinstudium, Berufstätigkeit als Übersetzerin) anvisiert.

Und dann – kam ein Mann.

Zuerst der Falsche. Man hat das schnell gemerkt, war dieser Mann offensichtlich egoistisch, nicht kinderlieb, strebte auf unangenehme Weise nach Geld und Erfolg im Beruf.

Und dann – kam der Richtige

Der war alles, was der „Falsche“ nicht war:  Hatte ein Herz aus Gold, Achtung vor den Frauen, Humor, war kinderlieb, hatte einen „guten“ Beruf (Lehrer/Arzt/Wissenschaftler), mit dem er eine Familie ernähren konnte, war bescheiden, strebsam und fleißig.

Und dann – gab es Verwicklungen.

Die junge Frau verliebt sich in den „Falschen“ und lässt sich von Oberflächlichkeiten wie Geld und Autos blenden. Um dann nach einigem Hin und Her zu erkennen, dass der „Richtige“, der selbstverständlich im Stillen und aller Bescheidenheit auf seine Chance bei ihr gewartet hat, schon lange einen Platz in ihrem Leben hat. Sie hat es nur noch nicht erkannt.

Und dann – ändert sie ihr Leben…

…und passt sich dem Leben des Mannes an. Berufstätigkeit rückt  zugunsten von Familie und Kindern erst mal in den Hintergrund, bzw. fällt ganz weg.

In den Geschichten erscheint dieser Weg als der einzig Richtige.

So vieles gäbe es an dieser Literatur zu kritisieren. Und man liest die Bücher heute mit einer gewissen Belustigung und dem Abstand von über 35 Jahren. Als damalige „Power-Leserin“ jener Literatur macht man sich doch so seine Gedanken, ob der Einfluss von Berte Bratt nicht doch zu groß war… 😉

Was meinen Sie?

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Lies mal anders: Graphic novel

mlkingethnologinWas sind Graphic novels?

Der Begriff „ graphic novel „ ist nicht hundertprozentig definiert. Übersetzt man den Begriff wortgetreu, so heißt es „grafischer“ oder „Bild-Roman“.

In der graphic novel wird im Unterschied zum Comic eine Geschichte mit Bildern und Texten in epischer Länge und Spannungsaufbau, ähnlich dem eines Romanes, erzählt. Dabei werden gerne geschichtliche oder gesellschaftspolitische Themen aufgegriffen.  Die meisten graphic novel sind daher eher für junge Erwachsene bzw. Erwachsene gedacht.

In der Kreuztaler Stadtbibliothek finden Sie ca. 50 Titel verschiedener graphic novel-Bücher.

Dabei können grob folgende Themenkreise unterschieden werden:

 

Aktuelle Themen:

Beispiel: arabischer-fruhling

„Der Arabische Frühling“ – Diese anspruchsvolle politische Graphic Novel bietet einen Überblick über die Geschehnisse des arabischen Frühlings seit Dezember 2010. Kapitelweise werden die Umbruchssituationen der verschiedenen arabischen Länder mit ihren jeweiligen Hauptakteuren geschildert.

 

Oder:olympia

„Der Traum von Olympia“ –  Die somalische Sprinterin Samia Yusuf Omar will an Olympia in London teilnehmen, aber die muslimischen Fundamentalisten verbieten ihr das Training. Sie will von Somalia via Sudan und Libyen nach Italien fliehen, überlebt jedoch die Bootsfahrt nach Sizilien nicht. Eine wahre und sehr traurige Geschichte.

 

Weiterlesen

Gaming Literatur

Tolle Neuigkeiten für alle lesefreudigen Gamer oder die, die es werden wollen. Wir haben einen großen Schwung Gaming-Literatur in unserem Bestand erhalten.

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(Nicht wundern; ein Großteil ist natürlich schon längst entliehen und nicht auf dem Möbelstück zu sehen ;))

 

Was ist Gaming-Literatur?

Wir verstehen unter dem Begriff Bücher, Comics, Kunstbände, Zeitschriften, Flyer und Infoblätter, die im weitesten Sinne Gaming thematisieren. Und da wir einen tollen Gaming-Raum haben, finden sich bis auf Weiteres alle diese Medien im Spieleraum (Galerie, oberhalb der Infotheke).

 

Was haben wir bis dato im Bestand?

  • Die Zeitschrift GamePro
  • Comics zu: Angry Birds, Rabbids, Zelda usw.
  • Minecraft Abenteuerbücher
  • Sach- und Fachbücher z.B. zum Thema Studium, Gamification usw.
  • Elternratgeber und Infos zur USK
  • und weitere

Wie finde ich die Sachen online im Katalog?

In unserem OPAC (Katalog) „Profisuche“ wählen. Jetzt reicht es schon, wenn im Feld „Interessenkreis“ das Wort gaming eintragen wird. Bestätigt wird mit Enter oder ein Klick auf „Suchen“ und es folgt eine Auflistung aller Medien mit Bezug zum Thema.

Musik-Kabarett mit Andreas Hauffe

Im Rahmen der Bildungspartnerschaft zwischen Stadtbibliothek und Ernst-Moritz-Arndt Realschule war Andreas Hauffe bei uns zu Gast.

Der sympathische Liedermacher versprach direkt nach dem ersten morbiden Lied, auf dem er sich mit Gitarre begleitete: „Hier wird manches geschmacklos, aber lustig“. Und so kam es auch: Hauffe erzählte Limericks, also absurde Fünfzeiler, in denen eine Stadt vorkommt. Vielleicht nimmt er demnächst auch Kreuztal in seine Sammlung mit auf, denn das Publikum verfolgte gebannt seine Tipps und Tricks, lästige Ehefrauen los zu werden: „Ich mach dich kalt, Liebling, du wirst nicht alt, Liebling“. Auch seine Kritik am Fernsehprogramm: „Ist Ihnen schon aufgefallen, dass das Programm parallel zu den neuen Bildschirmen immer schmaler wird?“ sorgte für Erheiterung.
Der Buchhändler beherrschte aber auch den Blues: Der Tod „als stärkste Form der Dienstunfähigkeit“ und seine Bedeutung im Leben der Menschen spielte eine große Rolle in Texten und Liedern.
Passend zur Großbrauerei in Kreuztal sprach er sich dafür aus, das Reinheitsgebot nicht nur für Bier, sondern hie und da auch für die Sprache gelten zu lassen: „Wenn das Team beim Meeting gebrieft wird, wie es etwas downloaded „, dann sei das etwas zu viel des Guten.
Hinreißend komisch war sein Lied von der platonischen Liebe zu seiner mittlerweile inkontinenten Spülmaschine, ebenso wie sein Abschiedslied mit der Zeile „Im Mondenschein grab‘ ich dich ein“.

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Jungenliteratur findet auch das Interesse von Mädchen

Am nächsten Morgen las der Remagener den Klassen 7 der Realschule Kreuztal aus seinem Buch „Der Tag an dem das Glück im Papierkorb lag“ vor. Zwei Lesungen, für die jeweils eine Doppelstunde vorgesehen war, folgten aufeinander. Der Buchsalonbesitzer gehört zu den Autoren, die Schüler auch durch ihre Stimme packen können. Seinem Vortrag folgten konzentrierte Schülerinnen und Schüler und ließen sich von der Hauptfigur Simon begeistern. Simon erhält im Schultheater die Hauptrolle, aber er trifft in dieser für ihn wichtigen Entscheidungsphase seines Lebens in einer Eisdiele auch seine „Traumfrau“.

Obwohl das Buch als Zielgruppe lesende Jungen hat, waren auch die anwesenden Schülerinnen sehr an der Vorlesung des Autors interessiert. Im Anschluss an die längere Lesung konnten noch Fragen an Andreas Hauffe gestellt werden, die er gerne beantwortete.
Offensichtlich fand er Gefallen an der Fragehaltung der Kreuztaler Jugendlichen und meinte, ein solches intensives Nachfragen kenne er nicht von jeder Lesung.

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LeYo Bücher – Mehrwert durch App

Leyo Bücher, gespendet vom Carlsen Verlag. Dank auch an den DBV, der dies im Rahmen der Kampagne

Leyo Bücher, gespendet vom Carlsen Verlag. Dank auch an den DBV, der dies im Rahmen der Kampagne „Netzwerk Bibliothek“ ermöglicht hat.

Wir hatten schon seit einiger Zeit LeYo Bücher des Carlsen Verlags im Bestand. Diese Kinderbücher funktionieren interaktiv, ähnlich wie vergleichbare Titel von Ravensburger (tiptoi) oder Ting.

Der Unterschied ist: Sie benötigen keinen extra Lesestift. Nötig ist nur die passende LeYo-App, die Sie im AppStore oder bei Googleplay bekommen. Sie öffnen die App auf Ihrem Smartphone oder Tablet und laden sich den Titel, den Sie damit anschauen möchten (Achtung: verbraucht relativ viel Speichervolumen) auf Ihr Gerät.

Danach sind die Töne und andere Zusatzinformationen hör- und sehbar, sobald Sie Ihr Gerät auf die Buchseiten halten. Beim Titel „Alle Vögel sind schon da“ hören Sie dann beispielsweise die Vögel zwitschern, ein Mann singt die ersten Takte des Liedes. Auf einer anderen Seite klappt die abgebildete Feder in der App auf und Sie erhalten Zusatzinformationen zu deren Aufbau.

Das ist schön gemacht und funktioniert auch gut. Natürlich können Sie die Bücher auch ganz ohne Mehrwert als „normale“ Bücher nutzen. Die Bücher richten sich an Kinder im Vor- und Grundschulalter.

Sie können folgende Titel bei uns ausleihen:

  • Alle Vögel sind schon da
  • Mein Bauernhof
  • Mein erstes Bildwörterbuch
  • Mein großer Märchenschatz
  • Mein Atlas
  • Pferde und Ponys
  • Meine großen Fahrzeuge
  • Von albernen Affen und zaubernden Zebras
  • Conni im Kindergarten
  • Meine Jahreszeiten
  • Komm mit durch meinen Tag

Übrigens hält der Wimmelbuch-Klassiker Ali Mitgutsch überhaupt nichts von der Animierung von Büchern, nachzulesen ist dies in Spiegel-Online.

Vorgelesen! :-)

Vorlesewettbewerb der Klassen 6 der Realschule in Kreuztal

Ida aus der 6c gewinnt mit dem witzigen Comicroman

„Tom Gates – Ich habe für alles eine Lösung, aber sie passt nie zum Problem“.

Spannend war’s!

Neun Jungen und Mädchen aus den drei 6-er Klassen der Realschule Kreuztal traten gegeneinander an.

Federführend für die Organisation dieser alljährlich stattfindenden  Veranstaltung war auch dieses Mal wieder Herr Jung, seines Zeichens Deutschlehrer an der Realschule. Tatkräftige Unterstützung gaben ihm dabei sein Kollege Herr Grebing und die Kollegin Frau Bierbrauer. Die Lehrkräfte stellten sich auch als Jury zur Verfügung.

Ebenfalls in der Jury: Frau Verryser von der Buchhandlung Mankel-Muth in Kreuztal, Frau Zissel vom Pausen-Lese-Club der Realschule und Frau Stöcker-Michael von der Stadtbibliothek Kreuztal.

Die Aufgabe:

Aus zwei Büchern galt es für jedes Kind zu lesen.  Der erste Text, ein selbst ausgewählter und geübter; der zweite ein Fremdtext, den die Kinder ohne Vorbereitung lesen mussten, Diesmal war es ein Auszug aus dem Klassiker „Rennschwein Rudi Rüssel“. Die Zeit für den geübten Text betrug 3 Minuten, der Fremdtext war für jedes Kind derselbe.

Für die Jury galt es zu beachten:

Wer liest beide Texte am flüssigsten vor? Wer betont richtig? Welcher Text reißt die Zuhörer am ehesten mit? Wie gelungen ist die Textauswahl?

Punkte von 1 (nicht so gut) – 5 (ausgezeichnet) konnten in den Bereichen Lesetechnik, Interpretation und beim selbst gewählten Text auch für die Textauswahl vergeben werden. All diese Kriterien zusammen waren ausschlaggebend für die Entscheidung , welches Kind den ersten Platz beim Vorlesewettbewerb erreicht. Am Ende der Vorträge wurden dann alle Punkte zusammengerechnet und somit der Sieger/die Siegerin des Vorlesewettbewerbs gekürt. 1

Dieses Jahr fiel die Wahl besonders schwer.

Alle Kinder zeigten ein hohes Niveau, so dass die Jury lediglich  durch die Bewertung  kleiner Unterschiede in der Art des Vortrags oder der Betonung eine Entscheidung fällen konnte.

Am Ende machte dann Ida aus der 6c das Rennen mit ihrer gelungenen Interpretation eines witzigen Textauszuges  aus „Tom Gates – Ich habe für alles eine Lösung“ und einer guten Leistung beim „Fremdtext-Lesen“.

Und? Was liest man sonst noch so in Klasse 6?

Beliebt sind nach wie vor Comic-Romane. Neben „Tom Gates“ war natürlich auch  „Greg’s Tagebuch“ dabei, der bekannteste Comicroman zur Zeit.

Für weitere Abwechslung sorgten Auszüge  aus  „Liliane Susewind“ und „Die Drei !!!“;  „Die Vorstadtkrokodile“ und „Magic Park- das Geheimnis des Greifen“. Eine Schülerin las aus dem Buch „Max, mein Bruder“ von Sigrid Zaevert, die vor ein paar Tagen in der Realschule zu einer Lesung (auch aus eben diesem Buch) eingeladen war.

Danke für die gute Zusammenarbeit mit der Ernst-Moritz-Arndt-Realschule!

Wir von der Stadtbibliothek waren gerne dabei und freuen uns jetzt schon auf den Lesewettbewerb im nächsten Jahr!

Interaktive Bilderbücher

Nein, es geht hier nicht um Apps, e-Books oder Ähnliches. Auch ganz „normale“ Bilderbücher können interaktiv gestaltet sein. Selbstverständlich sollte jede! Vorlesesituation interaktiv sein, d.h. der/die Vorlesende liest nicht nur einfach vor, sondern stellt zwischendurch Verständnisfragen, lässt die Kleinen etwas auf der Seite suchen, fragt nach Gefühlen beim Betrachten, ….

Aber manche Bücher fordern die Kinder auch aktiv dazu auf, etwas mit dem Buch selbst zu tun. Mein persönlicher Favorit dabei ist das „Mitmach-Buch“ von Hervé Tollet. Durch Schütteln des Buches kommen bunte Kreise in Bewegung, durch festes Drücken „färben“ sie sich auf einmal in einer anderen Farbe. Das Kind bekommt den Eindruck über magische Fähigkeiten zu verfügen. Eine große Empfehlung für Kinder von etwa 3 – 5 Jahren.
Ein weiteres Buch dieser Gattung ist „Hilfe, dieses Buch hat meinen Hund gefressen“ von Richard Byrne. Die kleine Bella geht mit ihrem Hund spazieren. Doch plötzlich verschwindet ihr Hund im Buchfalz…Und nicht nur er: Ein kleiner Junge, der Hunderettungsdienst-Wagen und die Feuerwehr folgen. Nur mit Hilfe der Kinder, denen dieses Buch vorgelesen wird, können sie (z.B. durch Schütteln des Buches) wieder befreit werden. Ein netter Spaß für Kinder ab etwa 3 Jahren.

Auch „Das bewegte Buch“ von den Krickelkrakels ist ein Vertreter der Sorte Buch, bei der die Kinder klopfen, drehen, schütteln und pusten können. Es ist für Kinder ab 4 Jahren empfehlenswert.

Ein aktuelles Beispiel ist das Pappbilderbuch „Da kommt der Wolf!“ von Cédric Ramadier. Der Wolf nähert sich unaufhaltsam, wird größer und größer…Hilft vielleicht Schütteln und „Auf-den-Kopf-stellen“ des Buches? Oder nur Schräghalten oder schnelles Schließen? Mutige Kinder ab 3 Jahren werden es gerne ausprobieren!

Alle Bücher finden Sie in unserer Bibliothek, viel Spaß beim Testen!